Kommunikative und sprachliche Kompetenzen werden in unserer Gesellschaft hoch bewertet und sind entscheidend für die soziale Teilhabe. Die Stimme wird oft als Ausdruck der individuellen Persönlichkeit wahrgenommen.

Essen findet oft in Gesellschaft statt und trägt wesentlich zu Lebensfreude und Gesundheit bei. Ein unversehrtes Gesicht mit einer lebendigen Mimik lassen uns selbstbewusst mit anderen Menschen in Kontakt treten. Die logopädische Therapie hilft mit, Fähigkeiten in diesen Bereichen zu erhalten, zu verbessern oder wiederherzustellen. Die Logopädin behandelt Patienten mit Problemen in den Bereichen:

  • der Sprache (Sprachausdruck, Sprachverständnis, Lesen und Schreiben)
  • Sprechen ( Artikulation)
  • Essen (Schlucken und Kauen)
  • Mimik
  • Stimme

Die logopädische Therapie basiert auf einer sorgfältigen Abklärung der individuellen Problematik. Die Behandlung wird für jeden Patienten individuell geplant und dem spezifischen Befund sowie den Möglichkeiten und Bedürfnissen des Patienten und seiner Bezugspersonen angepasst. Im Therapiezentrum können insbesondere folgende Störungsbilder behandelt werden:

 

Aphasie

Eine Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung, die durch hirnorganische Schädigung entsteht. Alle Komponenten des Sprachsystems (Lautstruktur, Wortschatz, Satzbau, Bedeutungsinhalte) können beeinträchtigt sein. Die Störung erstreckt sich auf alle expressiven und rezeptiven sprachlichen Modalitäten wie Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben. Die einzelnen Modalitäten können unterschiedlich stark betroffen sein. Häufige Ursachen von Aphasie sind Schlaganfälle, Hirnblutung, Schädel-Hirn-Trauma, Hirntumor, entzündliche Prozesse im Gehirn oder Abbauprozesse.


Dysarthrophonien

Eine Dysarthrophonie ist eine zentrale Sprechstörung, bei der die Innervation, Steuerung und Koordination der Sprechbewegungen beeinträchtigt ist. Betroffen sind Artikulation, Atem und Stimmklang. Verstehen, Lesen und Schreiben sind nicht beeinträchtigt. Die medizinischen Ursachen für eine Dysarthrophonie sind Schädigungen des zentralen oder des peripheren Nervensystems. Auch degenerative Erkrankungen wie Parkinson oder Multiple Sklerose führen häufig zu Dysarthrophonien.


Sprechapraxien

Eine Sprechapraxie entsteht infolge einer Hirnschädigung der sprachdominanten Hirnhälfte. Es handelt sich um eine Planungs- oder Programmierungsstörung der Sprechbewegungen. Die Sprechmuskulatur ist nicht beeinträchtigt. Häufig sind Suchbewegungen von Lippen und Zunge zubeobachten. Die Lautstruktur von Wörtern und Sätzen ist gestört, es werden Laute ausgelassen, hinzugefügt und vertauscht. Eine Sprechapraxie tritt oft in Kombination mit einer Aphasie auf.


Dysphagien

Dysphagien oder Schluckstörungen erschweren oder verhindern die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Einerseits kann das Kauen und der Transport der Nahrung in den hinteren Teil des Mundraumes beeinträchtigt sein, andererseits ist es möglich, dass der Schluckreflex nicht oder zu spät ausgelöst wird. Dabei besteht die Gefahr, dass Teile der Nahrung und der Flüssigkeit in die Lungen gelangen. Schluckstörungen entstehen z.T. bei Schlaganfällen, Schädel-Hirn-Traumen, im Rahmen von Krebserkrankungen, bei Parkinson u.a.


Gesichtslähmungen

Eine Gesichtslähmung kann einseitig oder beidseitig auftreten. Sie kann zentral bedingt sein (d.h. die Ursache liegt im zentralen Nervensystem, z.B. im Rahmen eines Schlaganfalls) oder peripher (d.h. der Facialisnerv selbst ist betroffen). Die Innervation der Gesichtsmuskulatur ist teilweise oder vollständig nicht mehr möglich, so dass Bewegungen verunmöglicht werden und beispielsweise ein Mundwinkel herunterhängt und den Lippenschluss erschwert.


Stimmstörungen

Eine Stimmstörung (Dysphonie) bezieht sich auf die Stimmqualität (veränderter Stimmklang), die Lautstärke, die Resonanz oder die Sprechstimmlage. Sie kann im Rahmen verschiedener organischer Erkrankungen auftreten oder auch funktionell z.B. durch Fehlbeanspruchung entstehen.